Bildmotiv: Pixabay | Design: Markus Konopa

Vor ein paar Wochen schaute ich den Film „An seiner Seite“, mit Senta Berger, Peter Simonischek, Thomas Thieme und anderen. Die Geschichte verdeutlicht die Wichtigkeit des Miteinanders und unserer Sehnsucht nach Gesehen- und Gehörtwerden, die von den SchauspielerInnen und der erzeugten Atmosphäre sehr authentisch und greifbar dargestellt wurde.
An einer Stelle berichtet Senta Berger ihrem Mann am Telefon über eine Geschichte, die sie in einem Buch gelesen hatte. Diese macht dem Mann sein Verhalten bewusst, gleichzeitig beschreibt sie treffend die Sehnsucht der Frau.
Nicht das erwähnte Buch, jedoch die kurze Erzählung weckte meine Neugierde und ich begab mich auf Entdeckungstour.

Ein Wort, das mich in seiner Bedeutung begeistert und inspiriert hat, führt mir abermals vor Augen, wie essenziel die dahinterstehende Haltung für jeden einzelnen Menschen und die Gemeinschaft ist.

Neben dieser Bewusstheit ist es mir klargeworden, wie inspirierend es sein kann, auch kleinen Impulsen nachzugehen, um eine persönliche Entwicklung zu fördern.
Ein Film, eine Geschichte, ein Wort und Neugierde sorgten dafür, dass ich mein Leben nachhaltig bereichern darf – mit jeder Erinnerung an einen Impuls auf meinem Weg.

Sawubona
… sachlich betrachtet, ist lediglich eine häufige Begrüßungsform im Stamm der Zulu. Sie entspricht dem uns geläufigen „Hallo, wie geht´s?“.
Dabei ist diese Begrüßung weitaus mehr als ein Wort oder eine Floskel – ich würde sie als bedingungslose Wertschätzung beschreiben, die Verbindung schafft.

Ihre wörtliche Bedeutung macht es deutlich, indem sie meint:
„Ich sehe dich, du bist mir wichtig und ich schätze dich.“

Mit dieser Art des In-Verbindung-Tretens wird eine Möglichkeit geschaffen, unser Gegenüber sichtbar zu machen und den Menschen in diesem Moment der Begegnung so zu akzeptieren, wie er/sie ist.

Es klingt, als würde ich sagen:
„Ich nehme dich als Ganzes wahr – ich sehe deine Erfahrungen, deine Leidenschaft, deinen Schmerz, deine Freude und deine Traurigkeit, deine Stärken und Schwächen, deine Bedürfnisse und Wünsche. Du bist wertvoll für mich.“

Ngikhona
… als eine mögliche Antwort auf Sawubona bedeutet: „Ich bin hier.“
Sinngemäß drückt man damit die eigene Freude und Erleichterung über das Gesehenwerden aus.

Die Zulugemeinschaft geht davon aus, dass der Mensch existiert, wenn er/sie gesehen und angenommen wird – dieses Gefühl wird beschrieben, als würde man jedes Mal neu geboren.

Eine reizvolle Vorstellung, dass Menschen diesen Umgang untereinander pflegen und leben könnten. Dabei sind die unzähligen persönlichen Wirklichkeiten und Realitäten zu berücksichtigen, die eine Umsetzung stets beeinflussen werden.
Manche werden es als eine Utopie abtun oder in Frage stellen, womit sie einer möglichen Veränderung und Verbesserung jegliche Chancen absprechen. Andere wiederum geben sich womöglich einer Illusion hin, dass konfliktbehaftete Beziehungen mühelos belebt und herausfordernde Situationen bewältigt werden können.

Was hindert uns daran, den Weg genau dazwischen zu gehen? Offen und mutig neue Perspektiven als Möglichkeiten zu sehen und wahrzunehmen, wie es wirkt.
Nichts, außer unsere Denkweisen und Überzeugungen.

Ich sehe es als einen Impuls, die eigene Sichtweisen immer wieder zu überprüfen und anzupassen, anstatt die bewährten Schubladen zu bedienen und meine persönliche Wirklichkeit als die Wahrheit wahrzunehmen.

Meiner Meinung nach

… bildet die Haltung hinter dem Ausdruck „Sawubona“ die Basis für eine wohlwollende und wertschätzende Kommunikation. Sie ermöglicht ein respektvolles und achtsames Miteinander auf Augenhöhe.

Es ist mir bewusst, dass ich es nicht in jeder Situation und gegenüber jedem Einzelnen schaffen werde. Gleichzeitig bin ich zuversichtlich, mich immer wieder daran zu erinnern, in diese Ansicht wechseln zu können, um in Verbindung zu kommen und gemeinsam zu gestalten.

• Jeder kleine Schritt ist lohnenswert und lässt mich in Bewegung bleiben, dadurch entdecke ich und entwickle mich.
• Jede Veränderung meiner Denk- und Verhaltensweisen erzeugt Schwingungen in meinen Umfeldern.
• Jeder Mensch hat eine individuelle Wirklichkeit, die er/sie sich selbst schafft – die er/sie lebt.

• Wie wäre es, wenn wir uns öfters im Sinne von „Sawubona“ begegnen, sehen und hören würden?
• Was kann uns dabei unterstützen, unser Miteinander wertvoll zu gestalten?
• Welche Schrittchen und Schritte sind wir bereit zu gehen?

Bleibe neugierig, erinnere dich und schaffe viele „Sawubona-Momente“ in deinem Leben!

Markus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.